Synthetische Fertigkosmetik

Ich möchte im folgenden synthetische und natürliche Kosmetik miteinander vergleichen, um die Zusammensetzungen und Wirkungen beider zu verdeutlichen. Ich hoffe, Sie werden sich dadurch ein besseres Bild machen können, was Sie von bei den Kosmetika erwarten können. Die synthetische Fertigkosmetik entwickelt ständig neue Substanzen, die hautfreundlich, haut- pflegend und -heilend sind - so sagt die Werbung. Diese Kosmetika enthalten tatsächlich äußerst wirksame synthetische Stoffe, die so konzentriert in der Natur nicht zu finden und erst recht nicht so preiswert wie im industriellen chemischen Herstellungsprozess zu gewinnen sind. Obwohl es heute möglich ist, im Labor die Natur nachzuahmen und Substanzen herzustellen, die ihren natürlichen Vorbildern gleich sind, fehlt ihnen eines: Lebenskraft. Diese nicht reproduzierbare Vitalkraft ist nur in organischen, natürlichen Substanzen erhalten. Man kann die synthetische Kosmetik nicht grundsätzlich als »schlechte« Kosmetik ablehnen; jedoch gibt es einige wichtige Punkte, die mich dazu bewegen, reine Naturkosmetik zu bevorzugen.

Alle synthetischen Kosmetikartikel enthalten grundsätzlich Konservierungs- und/oder Desinfektionsmittel, welche die Wirksamkeit der natürlichen Substanzen beeinträchtigen oder eliminieren. Das gilt natürlich
nur für den Fall, dass sie überhaupt irgendwelche natürliche Substanzen enthalten! Diese Mittel sind körperfremde Substanzen, die nichts auf der Haut zu suchen haben. Im Gegenteil, diese Stoffe greifen die Haut, die Hautflora und den Säureschutzmantel an, .z. B. Formaldehyd. Das Dilemma besteht darin, dass man ohne Konservierungsmittel keine Kosmetikartikel herstellen kann, die sich Monate oder Jahre halten sollen. Zusätzlich braucht man Desinfektionsmittel, da sich in einmal geöffneten Tuben und Dosen unter dem Einfluss von Luft Keime bilden können. Die Marktgegebenheiten lassen die Produktion großer Mengen natürlicher Kosmetik ohne diese Stoffe nur unter großem Aufwand und entsprechend hohen Kosten zu. Aber es gibt sie!

In der synthetischen Kosmetik und auch mancher so genannter Naturkosmetik finden wir also gefährliche, giftige Konservierungs- und Desinfektionsmittel wie Formaldehyd und Nietrosamine. Diese töten auf unserer Haut nicht nur alle hautfeindlichen Keime und Bakterien, sondern auch die notwendigen, hautfreundlichen Mikroorganismen, die uns schützen, indem sie körperfremde Keime und Bakterien bekämpfen. Außerdem lassen sie die Haut altern, indem sie das Wasserquell- bzw. Wasserbindevermögen verringern. Sie dringen in die Hautschichten ein, gerben sie, nehmen ihr die Elastizität. Die entstehenden Falten der dünner gewordenen Haut behandeln wir dann mit einer Anti-Aging-Creme, die wieder versteckt Formaldehyd enthält. Diese Wirksubstanzen der Creme waschen Sie später wieder ab. Da Ihre Haut wie vorher aussieht, müssen Sie Weitercremen. Ein lohnendes Geschäft. Daneben tauchen auch natürliche Konservierungsstoffe wie Ameisensäure, Benzoe- säure oder Schwefeldioxid auf, die nicht zerstörend auf die Haut wirken. Die Kosmetikverordnung lässt Konservierungsmittel zu, die überwiegend gegen die Entwicklung von Keimen eingesetzt werden. Wenn ein Hersteller glaubhaft machen kann, dass er einen geruchlich wahrnehmbaren Konservierungsstoff zu 51 % (=»überwiegend«) wegen seines Duftes, aber nur zu 49% wegen der konservierenden Wirkung einsetzt, dann kann er das Mittel als »konservierungsmittelfrei« deklarieren. Die zulässigen Höchstkonzentrationen sind im allgemeinen zu hoch angesetzt, so dass der Verbraucher nicht
geschützt, aber dem Hersteller möglichst viel Spielraum zur Konservierung seiner Mittel gegeben wird. Die gesetzlich zulässigen Werte sind teilweise so hoch, dass ein Toxikologe diese Mittel niemals empfehlen würde!

Um ein Beispiel der verdeckten Konservierung zu nennen: Es wird ein starkes Zellgift, Methanol, mit  5% zugelassen, aus dem durch Oxidation Formaldehyd entsteht. Formaldehyd war bei der Herstellung dem Mittel nicht zugegeben, wird also auch nicht deklariert. Aber schon die nicht deklarierungsbedürftige Menge von 0,05 %, Formaldehyd kann bei regelmäßiger » Pflege« Spliss, sprödes Haar und eine beschleunigte Hautalterung verursachen. Sie sehen, dass es sehr einfach ist, ein aggressives Konservierungsmittel zu tarnen oder unter seinen zugelassenen Höchstgrenzen zu bleiben, während gleichzeitig damit Haut und Haare geschädigt werden. Das beliebte und preiswerte Formaldehyd ist in seiner zulässigen Konzentration von 0,2 % noch so stark, dass man eine tropische Toilette von allen Keimen, Bakterien und Viren reinigen könnte.

Um die Haarwaschmittel, die ja einen direkten Einfluss auf die Kopfhaut haben, ist es nicht besser
bestellt. Hier finden wir aggressive Tenside und mitunter stark alkalische Seifen, die der Haut nicht zuträglich sind. Hier verwendet die Industrie gerne laurylsulfate (NlS), die schön schäumen und reinigen. Sie verletzen die Haut und verursachen Schmerzen. Damit Sie das nicht merken, sind Betäubungsmittel zugefügt. Zur Konservierung dienen Nietrosamine und Formaldehyd. Die »preiswerten« Shampoos reinigen die Kopfhaut und das Haar so gründlich, dass nicht nur der Schmutz, sondern der schützende Talg-Fett-Film völlig abgewaschen wird. Die Wirkung der chemischen Eindicker, Konservierungs-, Farb- und Duftmittel, die in die Haarfollikel eindringen können und dann in die Blutbahn gelangen, können Sie sich lebhaft vorstellen. Ich möchte da nur an Dioxan erinnern, eine Krebserzeugende Substanz, die
von der Kosmetikindustrie kräftig bei der Herstellung von Shampoos eingesetzt wurde. Die Aufschriften auf den Etiketten berichten von haut- und haarfreundlichen Substanzen wie Aloe Vera, Jojobaöl und Kräuterextrakten, aber diese wertvollen Substanzen werden durch die aggressiven Mittel und Konservierungsstoffe unwirksam. Solange das Produkt nicht vollständig ausgezeichnet ist, ist zudem fraglich, wie viel von den natürlichen Stoffen enthalten ist. Die beliebten Schaumstoffe, die so herrlich schäumende Badezusätze, Duschgels, Shampoos und Zahnpasten ergeben, sind ebenfalls hautfeindlich. Regelmäßig erfährt man, dass sie sogar krebserregend sein können. Der erzeugte Schaum ist nicht nur überflüssig, sondern greift auch die Hautflora an und zerstört sie. Dadurch wird die Haut nur noch spröder und trockener, was sich durch Jucken bemerkbar macht, dem man dann mit einer Feuchtigkeitsspendenden Lotion oder Creme abhelfen muss. Zum Ausgleich fügt der Hersteller Seifen, Shampoos, Schaumbädern oder Duschgels jetzt rückfettende Öle bzw. Fett zu, die dem Körper durch die waschaktiven Substanzen entzogen wurden. Dazu dienen auch Feuchtigkeitsbinder (Glyzerin), um das Austrocknen zu verhindern. Wozu also erst solche aggressiven Mittel benutzen? fragt sich der kritische Verbraucher. Weil es so schön schäumt und so sauber macht, was uns durch die Werbung seit Jahrzehnten als das Wichtigste suggeriert wird.

Was die Mundpflege betrifft - sie sollte lediglich die Zähne von Speiseresten und Zahnbelag befreien und die Mundflora erhalten. Viele Mundpflege- bzw. Zahnpflegemittel zerstören durch ihre Schaumstoffe
und Reinigungsmittel die Mundbakterien, die für die Verdauung notwendig sind. Sie enthalten teilweise toxische Stoffe, die von der dünnen Mundschleimhaut absorbiert und durch das Blut in den Körper
geleitet werden. Von einem Pflegeeffekt kann also keine Rede mehr sein.

Dieselben negativen Folgen gelten für die chemischen Farb- und Duftstoffe in vielen Kosmetikartikeln.
Da die chemischen Kosmetika im Regelfall keine ansprechende Farbe haben und gar nicht oder unangenehm duften, müssen sie, um Nase und Auge des Verbrauchers zu befriedigen, ansprechend gestaltet werden.

Die Herstellung einer Emulsion aus Wasser und Öl - Basis fast aller Cremes und Lotions-, aber auch Shampoos - ist nur mit einem Emulgator oder Eindicker möglich. Aus Kosten- und Haltbarkeitsgründen verzichtet man auf natürliche Emulgatoren und Eindicker und verwendet statt dessen chemische Emulgatoren. Man kann ja dem Verbraucher nicht zumuten, dass er die Creme im Kühlschrank aufbewahrt oder das Shampoo vor Gebrauch schüttelt und möglichst schnell aufbraucht.
Oder etwa doch? Diese Substanzen beeinträchtigen die Wirksamkeit der natürlichen Substanzen
oder wirken aggressiv auf die Hautflora. Noch gravierender ist der Fall bei der dekorativen Kosmetik,
 z. B. Lippenstiften, die mit ihren gesundheitsschädigenden Farbstoffen direkt auf die dünne, schutzlose
Haut wirken, die dann in den Stoffwechsel übergehen. Bei Wimperntuschen, Lidschatten und
Eyelinern mit ihren Schwermetallen und chemischen Farbstoffen verhält es sich ebenso, denn die Schwermetalle dringen in die Haut ein, lagern sich langfristig im Körper ab und vergiften ihn.

Unter den Fertigprodukten finden sich Feuchtigkeitscremes und lotions- aus Wasser und Paraffinöl (Mineralöl), welche die Hornschicht der Haut für einige Stunden mit Feuchtigkeit »versorgen«, sie praktisch aber aufquellen und dann paradoxerweise austrocknen. Sehr beliebt ist auch die Anti-Falten- oder Anti- Aging-Creme, welche die Haut kurzfristig aufschwemmt. Die Haut sieht dann für einige Stunden glatt und frisch aus, fällt aber bald in ihren alten Zustand zurück. Tatsache ist, dass die »Wunder« wirkenden Substanzen der Creme, z. B. Kollagen, Elastin usw., die Haut glätten und vorübergehend den Anschein einer Besserung erwecken - bis zur nächsten Gesichtswäsche.
Als neuestes »Wundermittel« wird Vitamin-A-Säure angeboten, was allerdings nur nach mehrmonatiger Behandlung unterärztlicher Aufsicht zu einem Erfolg bei Fältchen, Akne und Pigmentstörungen führen kann. leider kommt es aber auch zu teilweise starken Hautreizungen.

Damit sind wir bei den Falten. Falten kann man nicht ausglätten, wenn der Zustand des Kollagens und Elastins im Bindegewebe den altersgemäßen, harten Zustand erreicht hat und die Haut faltig geworden ist. Man kann nur die Bildung neuer Hautzellen anregen und den weiteren Feuchtigkeitsverlust einschränken. Die Kosmetikindustrie empfiehlt für Falten Cremes mit Kollagen und Elastin. Es ist nicht bewiesen, dass die Haut neues Kollagen oder Elastin bildet, wenn sich diese Substanzen in der Creme befinden. Diese beiden »Wundermittel« kommen in zwei Formen vor: als Hydrosat, aus tierischen Knochen und Hufen gewonnen, eine Substanz, die wenig Wasser bindet, und als natürliches Kollagen und Elastin, durch Extraktion aus dem Bindegewebe - Sehnen, Knorpel und Häuten - von Schlachtabfällen gewonnen. Diese Substanzen stellen aber einen körper- fremden Eiweißstoff dar.
Ihre Moleküle sind nach Ansicht von Fachleuten zu groß, um die Hornschicht der Haut zu durchdringen.
Sie helfen aber. die Feuchtigkeit in der Hornschicht zu binden, und geben der Creme und Lotion einen seidigen Charakter.

Ein Wort zu Vitaminen, Hormonen und Frischzellen. Die Frischzellentherapie mit Hormonen basiert
auf Plazentaextrakten von Tieren, z.T. Embryos. Die Hormone sind mittlerweile auch synthetisch herstellbar,. können aber schädigende Nebenwirkungen haben - für mich ein unangenehmer Gedanke, damit die Haut zu behandeln,. weil sich Falten gebildet haben. Vitamine und Hormone kann jeder Mensch einfacher und preiswerter haben, denn die stellt der Körper selbst her. Dazu bedarf es lediglich einer ausgeglichenen, gesunden Ernährung. Es mutet schon paradox an, etwas auf die Haut zu schmieren, was eigentlich in den Magen wandern soll. Das wichtige Vitamin E kann wegen seiner großen Molekularstruktur die Hornschicht der Haut kaum durchdringen. Es legt sich eher wie irgendein Pflanzenöl auf die Haut und verhindert den Feuchtigkeitsverlust. Ich nehme es
In mein Buch auf, da es die Haltbarkeit verlängert und den Feuchtigkeitsverlust bremst. Trotz des eben erwähnten Einwandes habe ich festgestellt, dass die Zugabe von Vitamin-E- Öl gute Resultate bei der Hautpflege gezeigt hat.

Untersuchungen haben ergeben, dass die Haut nur 10% der üblichen synthetischen Cremes aufnehmen kann. Das liegt zum Teil an den verwendeten Mineralölen (Paraffinöl), die nicht vom Hautfett aufgelöst werden können, und an der großen Molekularstruktur der Pflegesubstanzen, welche die Hornschicht nicht durchdringen können. Ausnahmen sind z. B. Liposome und essentielle Fettsäuren. Meistens »stehen« 90% der Creme auf der Haut, dringen nicht ein und bieten lediglich einen wirksamen Schutz gegen Feuchtigkeitsverlust. Das können Sie preiswerter und natürlicher mit einem Gesichtsöl erreichen.

Studien und Umfragen bei Ärzten und Dermatologen haben bestätigt, dass die aggressive synthetische Kosmetik die Haut der Menschen in unserer Zeit mehr schädigt als pflegt oder heilt. Die aggressiven Stoffe zerstören die Hautflora, verändern den Säurehaushalt und machen sie somit schutzlos.
Sie wird so sehr sensibilisiert, dass sie den Keimen, mit denen wir ständig in Berührung kommen,
den toxischen Stoffen in der Luft und dem harten, chemisch aufbereiteten Wasser nicht mehr gewachsen ist. Der Schutzmechanismus der Haut bricht zusammen, und als einzige Möglichkeit bleibt dem unwissenden Verbraucher nur eine Antwort: noch mehr pflegen oder andere Produkte ausprobieren.

Es wurde soviel »Wunder« wirkende Kosmetik in den letzten Jahrzehnten angeboten: Liposome, Vitamine, Kollagen, Elastin und Hormone. Da muss man sich doch wundern, wenn sich der Zustand der Haut der Menschen nicht verbessert hat, sondern immer mehr Menschen unter Ekzemen, Hautjucken, Hautreizung, Austrocknung, Überfettung und Schädigung der Hautflora leiden. Diese Symptome rühren nicht nur von den sich verschlechternden Umweltbedingungen und der mangel- haften Ernährung her, sondern nachgewiesenermaßen auch von dem Einfluss aggressiver synthetischer Wasch- und Pflege- mittel.

Die Fertigkosmetik wirbt für ihre Produkte mit dem Argument der Unbedenklichkeit hinsichtlich Allergien. Die durch bestimmte Substanzen mögliche Hautreizung wird durch den Hinweis »allergiegetestet«
oder »hypoallergen« ausgeschlossen, als ob man die individuelle Reaktion eines Menschen auf irgendeine Substanz damit bestimmen könnte. Und »allergiegetestet« heißt lediglich, dass das Mittel getestet wurde, aber nicht, wie das Testergebnis war. Es muss doch nachdenklich stimmen, wenn die Produkte allergiegetestet werden müssen. Es scheint, dass hier Substanzen verwendet werden, die nicht ganz hautfreundlich sind. Anscheinend ist sich der Hersteller nicht sicher, ob die verarbeiteten Substanzen verträglich sind! Es gibt sowieso keine Substanz, die keine Allergie auslösen könnte.
Tritt trotz der garantierten Allergiefreiheit eine allergische Reaktion auf, dann kann das an der Hautbeschaffenheit der jeweiligen Person liegen.

Die zur Absicherung der Hersteller durchgeführten Tests beruhen auf Tierversuchen. Sie sind nicht vorgeschrieben, aber scheinbar notwendig. Diese Versuche kosten jährlich über 100 Millionen Tieren das Leben. Dabei werden den Tieren zwangsweise Substanzen verabreicht oder injiziert wie im LD-50-Test, bei dem nur 50% der Tiere überleben. Der Draize- Test ist eine andere Variante der Tierquälerei. Hier werden z. B. den gefesselten Äffchen Substanzen in die mit Klammern aufgehaltenen Augen gesprüht oder auf die Haut aufgetragen. Wenn man die Bilder der gequälten Tiere sieht, muss man sich fragen, ob uns die Körperpflege und Dekoration das wert sein darf.

Wenn man bedenkt, dass es genug Kosmetikprodukte gibt, die Variationsmöglichkeiten schon lange erschöpft und die Grundrezepte und ihre Inhaltsstoffe seit langem bekannt sind, könnte die Industrie doch auf das Erforschen neuer Substanzen oder so genannter neuer Varianten verzichten. Neue Substanzen können an Zellkulturen oder durch Computersimulationen getestet werden, aber doch nicht an Tieren, die bestimmt nicht auf die Idee kämen, sich Nagellack auf die Krallen aufzutragen oder ihre Lippen zu bemalen! Man könnte die Versuche nach ausgiebigen Tests an Zellkulturen auch an freiwilligen Versuchspersonen durchführen.

Ein positiv verlaufener Tierversuch bietet noch keine Garantie für eine nebenwirkungsfreie Kosmetik,
wie wir nach einigen Jahrzehnten kritiklosen Konsumierens von Kosmetik und Arzneien erleben durften. Immer wieder stellt sich nach Jahren heraus, dass sich toxische oder krebserregende Stoffe in den Produkten befanden. Als Verbraucher erfahren wir auch nicht, ob der Test sehr positiv war oder gerade an der Grenze des Vertretbaren. Einige Kosmetikhersteller (insbesondere der Naturkosmetik) haben sich daher verpflichtet, auf Tierversuche zu verzichten, und geben dies auf ihren Verpackungen an. Diese Hersteller bieten alle Kosmetikprodukte an, die man für eine ausgewogene Körperpflege und dekorative Kosmetik braucht.

Ein wichtiger Punkt auf meinem Negativkonto der Fertigkosmetik ist der Preis. In Anbetracht der preiswerten, synthetischen Grundstoffe ist es verwunderlich, wenn eine Creme für das Vielfache dessen angeboten wird, was man bei der Selbstherstellung einer natürlichen, frischen Creme ausgeben muss. Selbst Hormone und Vitamine, von denen man immer noch nicht weiß, ob und wieweit sie wirklich von der Haut aufgenommen werden, können für Pfennigbeträge synthetisch hergestellt werden. Der aus einem starken Konkurrenzkampf resultierende gigantische Werbeaufwand, der Verpackungskult und die Verwaltung großer Kosmetikkonzerne schlagen sich in den hohen Preisen nieder, die Pflege wirklich zu einem Luxus werden lassen.

Alle Substanzen, mit denen die Werbung uns zum Kauf lockt, mögen zwar in den Produkten enthalten sein. Als Verbraucher wissen wir aber nicht, wie viel davon in der Creme enthalten ist und ob es sich um eine natürliche Substanz handelt. Es ist einfach zu sagen, dass Rosenöl, das sehr hautpflegend und teuer ist, verarbeitet wurde, aber es kann sich ebenso um ein synthetisches Öl handeln, das eine identische chemische Struktur hat und genauso duftet. Beispielsweise kann man ein Produkt mit »Jojoba« bezeichnen und Jojobamehl verwenden, das wesentlich preiswerter, aber weniger wirksam als das wertvolle Jojobaöl ist. Und eine Auszeichnung wie »mit wertvollen Auszügen der Birke« sagt nicht, wie viel davon enthalten ist.

Bis zur Verabschiedung eines entsprechenden Gesetzes zur Auszeichnung der Kosmetik wissen wir weder, was und wie viel sich in einem Produkt befindet, noch, was es tatsächlich bewirkt. Die Werbung verspricht selten konkrete Wirkungen ihrer Produkte, sondern begnügt sich mit Verallgemeinerungen wie schönerem Aussehen, Verschwinden von Falten, gründlicher Reinigung oder einem klaren Teint, der uns begehrenswert und beliebt macht. So bleiben wir als Verbraucher in Unwissenheit und zweifeln zu Recht.

Zu Schönheit, Beliebtheit und Begehrtsein noch ein Wort: Schönheit kommt doch von innen,
vom Wesen eines Menschen, und ein schöneres Aussehen ist Ergänzung und Folge innerer Schönheit. Geliebt und begehrt wird man nicht wegen eines perfekten Make-up oder faltenfreien Gesichts, sondern für sein offenes, herzliches Wesen. Wenn Sie viel lachen und ein aufregendes. erfülltes Leben leben, werden Sie Falten bekommen.
Warum soll man diese Spuren des Lebens verwischen?

 

(aus dem Buch "Essenzen der Schönheit" von Erich Keller.
Goldmann Ratgeber.

 

Hierzu auch die Seite “kosmetische Rohstoffe” beachten!!!

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