Synthetische Fertigkosmetik |
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Ich möchte im folgenden synthetische und natürliche Kosmetik miteinander vergleichen, um die Zusammensetzungen und Wirkungen beider zu verdeutlichen. Ich hoffe, Sie werden sich dadurch ein besseres Bild machen können, was Sie von bei den Kosmetika erwarten können. Die synthetische Fertigkosmetik entwickelt ständig neue Substanzen, die hautfreundlich, haut- pflegend und -heilend sind - so sagt die Werbung. Diese Kosmetika enthalten tatsächlich äußerst wirksame synthetische Stoffe, die so konzentriert in der Natur nicht zu finden und erst recht nicht so preiswert wie im industriellen chemischen Herstellungsprozess zu gewinnen sind. Obwohl es heute möglich ist, im Labor die Natur nachzuahmen und Substanzen herzustellen, die ihren natürlichen Vorbildern gleich sind, fehlt ihnen eines: Lebenskraft. Diese nicht reproduzierbare Vitalkraft ist nur in organischen, natürlichen Substanzen erhalten. Man kann die synthetische Kosmetik nicht grundsätzlich als »schlechte« Kosmetik ablehnen; jedoch gibt es einige wichtige Punkte, die mich dazu bewegen, reine Naturkosmetik zu bevorzugen. Alle synthetischen Kosmetikartikel enthalten grundsätzlich Konservierungs- und/oder Desinfektionsmittel, welche die Wirksamkeit der natürlichen Substanzen beeinträchtigen oder eliminieren. Das gilt natürlich In der synthetischen Kosmetik und auch mancher so genannter Naturkosmetik finden wir also gefährliche, giftige Konservierungs- und Desinfektionsmittel wie Formaldehyd und Nietrosamine. Diese töten auf unserer Haut nicht nur alle hautfeindlichen Keime und Bakterien, sondern auch die notwendigen, hautfreundlichen Mikroorganismen, die uns schützen, indem sie körperfremde Keime und Bakterien bekämpfen. Außerdem lassen sie die Haut altern, indem sie das Wasserquell- bzw. Wasserbindevermögen verringern. Sie dringen in die Hautschichten ein, gerben sie, nehmen ihr die Elastizität. Die entstehenden Falten der dünner gewordenen Haut behandeln wir dann mit einer Anti-Aging-Creme, die wieder versteckt Formaldehyd enthält. Diese Wirksubstanzen der Creme waschen Sie später wieder ab. Da Ihre Haut wie vorher aussieht, müssen Sie Weitercremen. Ein lohnendes Geschäft. Daneben tauchen auch natürliche Konservierungsstoffe wie Ameisensäure, Benzoe- säure oder Schwefeldioxid auf, die nicht zerstörend auf die Haut wirken. Die Kosmetikverordnung lässt Konservierungsmittel zu, die überwiegend gegen die Entwicklung von Keimen eingesetzt werden. Wenn ein Hersteller glaubhaft machen kann, dass er einen geruchlich wahrnehmbaren Konservierungsstoff zu 51 % (=»überwiegend«) wegen seines Duftes, aber nur zu 49% wegen der konservierenden Wirkung einsetzt, dann kann er das Mittel als »konservierungsmittelfrei« deklarieren. Die zulässigen Höchstkonzentrationen sind im allgemeinen zu hoch angesetzt, so dass der Verbraucher nicht Um ein Beispiel der verdeckten Konservierung zu nennen: Es wird ein starkes Zellgift, Methanol, mit 5% zugelassen, aus dem durch Oxidation Formaldehyd entsteht. Formaldehyd war bei der Herstellung dem Mittel nicht zugegeben, wird also auch nicht deklariert. Aber schon die nicht deklarierungsbedürftige Menge von 0,05 %, Formaldehyd kann bei regelmäßiger » Pflege« Spliss, sprödes Haar und eine beschleunigte Hautalterung verursachen. Sie sehen, dass es sehr einfach ist, ein aggressives Konservierungsmittel zu tarnen oder unter seinen zugelassenen Höchstgrenzen zu bleiben, während gleichzeitig damit Haut und Haare geschädigt werden. Das beliebte und preiswerte Formaldehyd ist in seiner zulässigen Konzentration von 0,2 % noch so stark, dass man eine tropische Toilette von allen Keimen, Bakterien und Viren reinigen könnte. Um die Haarwaschmittel, die ja einen direkten Einfluss auf die Kopfhaut haben, ist es nicht besser Was die Mundpflege betrifft - sie sollte lediglich die Zähne von Speiseresten und Zahnbelag befreien und die Mundflora erhalten. Viele Mundpflege- bzw. Zahnpflegemittel zerstören durch ihre Schaumstoffe Dieselben negativen Folgen gelten für die chemischen Farb- und Duftstoffe in vielen Kosmetikartikeln. Die Herstellung einer Emulsion aus Wasser und Öl - Basis fast aller Cremes und Lotions-, aber auch Shampoos - ist nur mit einem Emulgator oder Eindicker möglich. Aus Kosten- und Haltbarkeitsgründen verzichtet man auf natürliche Emulgatoren und Eindicker und verwendet statt dessen chemische Emulgatoren. Man kann ja dem Verbraucher nicht zumuten, dass er die Creme im Kühlschrank aufbewahrt oder das Shampoo vor Gebrauch schüttelt und möglichst schnell aufbraucht. Unter den Fertigprodukten finden sich Feuchtigkeitscremes und lotions- aus Wasser und Paraffinöl (Mineralöl), welche die Hornschicht der Haut für einige Stunden mit Feuchtigkeit »versorgen«, sie praktisch aber aufquellen und dann paradoxerweise austrocknen. Sehr beliebt ist auch die Anti-Falten- oder Anti- Aging-Creme, welche die Haut kurzfristig aufschwemmt. Die Haut sieht dann für einige Stunden glatt und frisch aus, fällt aber bald in ihren alten Zustand zurück. Tatsache ist, dass die »Wunder« wirkenden Substanzen der Creme, z. B. Kollagen, Elastin usw., die Haut glätten und vorübergehend den Anschein einer Besserung erwecken - bis zur nächsten Gesichtswäsche. Damit sind wir bei den Falten. Falten kann man nicht ausglätten, wenn der Zustand des Kollagens und Elastins im Bindegewebe den altersgemäßen, harten Zustand erreicht hat und die Haut faltig geworden ist. Man kann nur die Bildung neuer Hautzellen anregen und den weiteren Feuchtigkeitsverlust einschränken. Die Kosmetikindustrie empfiehlt für Falten Cremes mit Kollagen und Elastin. Es ist nicht bewiesen, dass die Haut neues Kollagen oder Elastin bildet, wenn sich diese Substanzen in der Creme befinden. Diese beiden »Wundermittel« kommen in zwei Formen vor: als Hydrosat, aus tierischen Knochen und Hufen gewonnen, eine Substanz, die wenig Wasser bindet, und als natürliches Kollagen und Elastin, durch Extraktion aus dem Bindegewebe - Sehnen, Knorpel und Häuten - von Schlachtabfällen gewonnen. Diese Substanzen stellen aber einen körper- fremden Eiweißstoff dar. Ein Wort zu Vitaminen, Hormonen und Frischzellen. Die Frischzellentherapie mit Hormonen basiert Untersuchungen haben ergeben, dass die Haut nur 10% der üblichen synthetischen Cremes aufnehmen kann. Das liegt zum Teil an den verwendeten Mineralölen (Paraffinöl), die nicht vom Hautfett aufgelöst werden können, und an der großen Molekularstruktur der Pflegesubstanzen, welche die Hornschicht nicht durchdringen können. Ausnahmen sind z. B. Liposome und essentielle Fettsäuren. Meistens »stehen« 90% der Creme auf der Haut, dringen nicht ein und bieten lediglich einen wirksamen Schutz gegen Feuchtigkeitsverlust. Das können Sie preiswerter und natürlicher mit einem Gesichtsöl erreichen. Studien und Umfragen bei Ärzten und Dermatologen haben bestätigt, dass die aggressive synthetische Kosmetik die Haut der Menschen in unserer Zeit mehr schädigt als pflegt oder heilt. Die aggressiven Stoffe zerstören die Hautflora, verändern den Säurehaushalt und machen sie somit schutzlos. Es wurde soviel »Wunder« wirkende Kosmetik in den letzten Jahrzehnten angeboten: Liposome, Vitamine, Kollagen, Elastin und Hormone. Da muss man sich doch wundern, wenn sich der Zustand der Haut der Menschen nicht verbessert hat, sondern immer mehr Menschen unter Ekzemen, Hautjucken, Hautreizung, Austrocknung, Überfettung und Schädigung der Hautflora leiden. Diese Symptome rühren nicht nur von den sich verschlechternden Umweltbedingungen und der mangel- haften Ernährung her, sondern nachgewiesenermaßen auch von dem Einfluss aggressiver synthetischer Wasch- und Pflege- mittel. Die Fertigkosmetik wirbt für ihre Produkte mit dem Argument der Unbedenklichkeit hinsichtlich Allergien. Die durch bestimmte Substanzen mögliche Hautreizung wird durch den Hinweis »allergiegetestet« Die zur Absicherung der Hersteller durchgeführten Tests beruhen auf Tierversuchen. Sie sind nicht vorgeschrieben, aber scheinbar notwendig. Diese Versuche kosten jährlich über 100 Millionen Tieren das Leben. Dabei werden den Tieren zwangsweise Substanzen verabreicht oder injiziert wie im LD-50-Test, bei dem nur 50% der Tiere überleben. Der Draize- Test ist eine andere Variante der Tierquälerei. Hier werden z. B. den gefesselten Äffchen Substanzen in die mit Klammern aufgehaltenen Augen gesprüht oder auf die Haut aufgetragen. Wenn man die Bilder der gequälten Tiere sieht, muss man sich fragen, ob uns die Körperpflege und Dekoration das wert sein darf. Wenn man bedenkt, dass es genug Kosmetikprodukte gibt, die Variationsmöglichkeiten schon lange erschöpft und die Grundrezepte und ihre Inhaltsstoffe seit langem bekannt sind, könnte die Industrie doch auf das Erforschen neuer Substanzen oder so genannter neuer Varianten verzichten. Neue Substanzen können an Zellkulturen oder durch Computersimulationen getestet werden, aber doch nicht an Tieren, die bestimmt nicht auf die Idee kämen, sich Nagellack auf die Krallen aufzutragen oder ihre Lippen zu bemalen! Man könnte die Versuche nach ausgiebigen Tests an Zellkulturen auch an freiwilligen Versuchspersonen durchführen. Ein positiv verlaufener Tierversuch bietet noch keine Garantie für eine nebenwirkungsfreie Kosmetik, Ein wichtiger Punkt auf meinem Negativkonto der Fertigkosmetik ist der Preis. In Anbetracht der preiswerten, synthetischen Grundstoffe ist es verwunderlich, wenn eine Creme für das Vielfache dessen angeboten wird, was man bei der Selbstherstellung einer natürlichen, frischen Creme ausgeben muss. Selbst Hormone und Vitamine, von denen man immer noch nicht weiß, ob und wieweit sie wirklich von der Haut aufgenommen werden, können für Pfennigbeträge synthetisch hergestellt werden. Der aus einem starken Konkurrenzkampf resultierende gigantische Werbeaufwand, der Verpackungskult und die Verwaltung großer Kosmetikkonzerne schlagen sich in den hohen Preisen nieder, die Pflege wirklich zu einem Luxus werden lassen. Alle Substanzen, mit denen die Werbung uns zum Kauf lockt, mögen zwar in den Produkten enthalten sein. Als Verbraucher wissen wir aber nicht, wie viel davon in der Creme enthalten ist und ob es sich um eine natürliche Substanz handelt. Es ist einfach zu sagen, dass Rosenöl, das sehr hautpflegend und teuer ist, verarbeitet wurde, aber es kann sich ebenso um ein synthetisches Öl handeln, das eine identische chemische Struktur hat und genauso duftet. Beispielsweise kann man ein Produkt mit »Jojoba« bezeichnen und Jojobamehl verwenden, das wesentlich preiswerter, aber weniger wirksam als das wertvolle Jojobaöl ist. Und eine Auszeichnung wie »mit wertvollen Auszügen der Birke« sagt nicht, wie viel davon enthalten ist. Bis zur Verabschiedung eines entsprechenden Gesetzes zur Auszeichnung der Kosmetik wissen wir weder, was und wie viel sich in einem Produkt befindet, noch, was es tatsächlich bewirkt. Die Werbung verspricht selten konkrete Wirkungen ihrer Produkte, sondern begnügt sich mit Verallgemeinerungen wie schönerem Aussehen, Verschwinden von Falten, gründlicher Reinigung oder einem klaren Teint, der uns begehrenswert und beliebt macht. So bleiben wir als Verbraucher in Unwissenheit und zweifeln zu Recht. Zu Schönheit, Beliebtheit und Begehrtsein noch ein Wort: Schönheit kommt doch von innen,
(aus dem Buch "Essenzen der Schönheit" von Erich Keller.
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